Geschichte: ein ehemaliges Kreistagsmitglied eines idyllischen Stadteinzugsgebiets und eine ortansässige Islamwissenschaftlerin unterhalten sich über das Weltgeschehen. Dauert nicht lange, da kommt die Sprache auch auf IS, Flüchtlinge, Pegida… dann eine Idee. Warum nicht eine Veranstaltung planen? Vielleicht eine Podiumsdiskussion mit Experten, Muslimen, Christen. Mit dem Schwerpunkt „IS ist nicht Islam“ und darüber hinaus ein Zeichen gegen Pegida und Ausländerfeindlichkeit setzen, Menschen willkommen heißen in der Idylle. Eigentlich tolle Idee, warum nicht mal bei der evangelischen Kirchengemeinde nachfragen, ob die bei so was mitmachen will?, denkt sich das ehemalige Kreistagsmitglied und ruft den Pfarrer an. Der ist interessiert, man trifft sich, also Kreistagler, Islamwissenschaftlerin und Pfarrer, bespricht ein Konzept, das soll dann noch dem Kirchengemeinderat vorgelegt werden. Weil, der muss zustimmen. Tut er aber nicht. Begründung: die Kirchengemeinde sieht sich hierbei nicht in einer Vorreiterrolle. Eine muslimische Gemeinde in der Gegend gibt es nicht, warum also den Dialog suchen (nein, natürlich nicht. Alles Christen hier. Durch und durch. Muslime? So ebbes gibt’s bei uns net.). Und Podiumsdiskussion? Mit Fragen aus dem Publikum? Bloß nicht! Da könnten ja Meinungen ins Wanken gebracht werden. Da könnte ja nachgedacht werden und das Fremde, das Andere als gar nicht so fremd und anders empfunden werden. Aber die Kirchengemeinde ist ja offen und macht einen Alternativvorschlag: eine reine Vortragsveranstaltung. Mit einem christlichen Experten. Oder noch besser: mit einem Konvertiten. Vom Islam zum Christentum, versteht sich.