afkari افكاري

Ein nicht immer wissenschaftlicher Islamwissenschaftsblog

Schlagwort: Koran (Seite 2 von 3)

Die Sprache des Koran – Der Wandel in der westlichen Koranforschung und die Luxenberg-Debatte (VII)

VII. Die westliche Koranwissenschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert schließlich werden vermehrt zweisprachige Korane gedruckt und die Universitäten Europas erweitern das Studium des Arabischen und des Islams um die Korananalyse.[1] Doch trotz dieser Entwicklung finden sich bis ins 20. Jahrhundert hinein Aussagen von Wissenschaftlern und vor allem christlichen Theologen, die ein großes Unverständnis ob der religiösen Darlegungen im Koran formulieren. Der Theologe Wilhelm Rudolph äußert sich in seinem 1922 erschienenen Werk Die Abhängigkeit des Qorans von Judentum und Christentum mit negativen Gefühlen zur Paradiesvorstellung, wie sie im Koran beschrieben wird. Er bescheinigt Muḥammad und seiner Vorstellung von der göttlichen Erlösung und dem ewigen Leben im Paradies das Fehlen jeglicher Spiritualität und ein Aufgehen in extremen Materialismus.[2]

Parallel zur Etablierung der Korananalyse an den Universitäten Europas entsteht schließlich auf Grundlage der historisch-kritischen Methoden der Bibelwissenschaften und durch eine weitere Forschungsrichtung, der Wissenschaft des Judentums, eine neue Tendenz in der Beschäftigung mit dem Koran als Text, mit seinem Inhalt und seiner Sprache.[3] Vorreiter ist dabei Abraham Geiger[4], der mit seinem 1833 erschienenen Werk Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen? versucht, die jüdischen und auch christlichen Quellen innerhalb des Koran aufzuzeigen. Dabei kommt Geiger zu der Erkenntnis, dass

„Religion in ihren verschiedenen Erscheinungsformen ein Produkt historischer und sozialer Kräfte ist.“[5]

Geiger legt damit den Grundstein für die kritische Koranforschung in Europa. Die Offenbarungen Muḥammads werden betrachtet und mit heidnischen, jüdischen, zoroastrischen, christlichen und manichäischen Quellen und Grundlagen verglichen. Parallelen und Einflüsse werden untersucht und mögliche Abweichungen der verschiedenen Quellen vermerkt.[6]

Gustav Weil[7] versucht in seinem 1844 erschienenen Werk Historisch-kritische Einleitung in den Koran den Koran in seinen historischen Kontext zu setzen. Durch die Verfeinerung der Aufteilung der koranischen Suren in mekkanische und medinensische folgt er der muslimischen Tradition. Ihm gelingt es schließlich, Syntax und Semantik des Korantextes mit drei Perioden des Wirkens Muḥammads in Mekka in Zusammenhang zu bringen.[8] Durch Forscher wie Ignaz Goldziher[9] und Theodor Nöldeke[10] und ihre Grundlagenwerke zum Koran wird diese Forschung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weiter voran getrieben.[11] Nöldeke beschäftigt sich ähnlich wie Weil mit der Aufteilung der Suren in mekkanische und medinensische.[12] Sein Werk Geschichte des Qorāns stellt in Bezug auf die Methodik das Grundlagenwerk für die europäische und amerikanische Koranwissenschaft dar. Nöldeke konzentriert sich in seinem preisgekrönten Werk auf die historischen Gegebenheiten zur Zeit der Entstehung und Etablierung des Islam und vor allem des Koran. Er untersucht verschiedene Quellen auf ihre Glaubwürdigkeit und wägt die Wahrscheinlichkeit der Berichte ab. Texte werden auf Alter sowie darauf untersucht, ob sie offensichtliches ideologisches Material enthalten. Auch das Zusammenspiel von Aktion und Reaktion auf die Geschehnisse um die Entstehung des Koran berücksichtigt Nöldeke. So kommt er laut Andrew Rippin zu einem Bericht der Ereignisse, der wohl nah an dem ist,

„was wirklich geschah.“[13]

Die Werke Weils und Nöldekes stellen große Errungenschaften im Bereich der philologischen Koranforschung dar. Neben dem Werkzeug der kritischen Methode zeigen sie die Bedeutung auf, die der Forschung an der Entwicklung eines Textes zukommt. Der Einfluss Weils und Nöldekes wirkt auch heute noch in der Koranforschung fort. Die meisten neuen Einführungen in den Koran fußen auf ihrer Methode.[14] Die Arbeit von jüdisch gebildeten Forschern wie Geiger und Goldziher sowie Kennern klassischer arabischer Literatur und biblischer Texte wie Nöldeke wird schließlich von Vertretern der Wissenschaft des Judentums wie Josef Horovitz[15] präzisiert. In seiner Studie Jewish Proper Names befasst er sich auch mit arabischen Eigennamen und vergleicht diese mit jüdischen. In dem Werk Koranische Untersuchungen geht er auf Erzählformen des Koran ein.

[1] Ebd.

[2] Wild, a.a.O., S. 632.

[3] Neuwirth, 2010, a.a.O., S. 76.

[4] Gest. 1874

[5] Rippin, a.a.O., S. 240

[6] Wild, a.a.O., S. 632.

[7] Gest. 1889

[8] Rippin, a.a.O., S. 240.

[9] Gest. 1921

[10] Gest. 1930

[11] Neuwirth, 2010, a.a.O., S. 76.f.

[12] Nöldeke, a.a.O., S. 72.

[13] Rippin, a.a.O., S. 240.

[14] Rippin, a.a.O., S. 241.

[15] Gest. 1931

Die Sprache des Koran – Der Wandel in der westlichen Koranforschung und die Luxenberg-Debatte (VI)

VI. Frühe Beschäftigung mit dem Koran im Westen – Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert

Die Beschäftigung christlicher Geistlicher mit dem Islam und seinem heiligen Buch ist schon im 8. Jahrhundert belegt.[1] Das im Jahr 830 geschriebene Werk The apology of al-Kindī stellt eine Verteidigung des Christentums gegen den Islam dar.[2] Dieser Tradition folgt lange Zeit auch die westliche Beschäftigung mit dem Koran. Westliche Gelehrte und ihre Arbeiten über Islam und Koran sind geprägt von negativen Empfindungen gegenüber dieser als Konkurrenz zum Christentum empfundenen Religion.[3] Im 16. Jahrhundert befasst sich der christliche Reformator Martin Luther ebenfalls mit dem Koran. Er vertritt die Ansicht, dass Kenntnisse über den Koran unerlässlich sind. Nicht so sehr, um Muslime bekehren zu können, viel mehr, um Christen vor Apostasie zu bewahren.[4] In seinen 1529/30 verfassten Türckenschriften greift Luther den Islam, der bei ihm die ‚türkische Religion‘ heißt, und den Koran ganz offen an. Außer der fehlenden Trinitätslehre sowie der fehlenden Menschwerdung Gottes sieht Luther im Koran kein angemessenes Beglaubigungswunder für das Prophetentum Muḥammads. Dem im Koran beschriebenen Paradies bescheinigt er einen rein sexuellen Charakter:

„Wie ist der Mahmet in der Frawen fleischer ersoffen, in allen seinen gedancken, worten, wercken, kann fur solcher brunst nichts reden noch thun, es muss alles fleisch, fleisch, fleisch sein.“[5]

Die Anwesenheit von Paradiesjungfrauen, arabisch ḥūrīya Pl. ḥūrīyāt oder ḥu̱r, im himmlischen Paradies und die Tatsache, dass männlichen Muslimen erlaubt ist, bis zu vier Frauen zu heiraten und Muḥammad selbst weit mehr als diese vier erlaubten Ehen geschlossen hatte, sind für Luther der Beweis für die Lüsternheit und Verkommenheit dieser Religion.[6]

Generell wird der Koran selbst im Abendland lange Zeit als die schlechtere Bibel oder die ‚türkische Bibel‘[7] dargestellt.[8]

Vom 18. Jahrhundert an, als die europäischen Staaten mit der Kolonisierung der arabischen Welt beginnen und während sich in Europa selbst die Gedanken der Aufklärung verbreiten, entsteht der sogenannte Orientalismus. Der Koran wird in immer mehr Sprachen übersetzt und somit einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.[9] Dies bedeutet jedoch noch keinesfalls die Akzeptanz des Islam durch westliche Gelehrte. So liest Voltaire[10] die französische Übersetzung des Koran von André du Ryer[11] und äußert sich daraufhin 1740 in einem Brief an den preußischen König Friedrich II. über den Koran als

„ein unverständliches Buch, das auf jeder Seite den gesunden Menschenverstand erschauern lässt.“[12]

1741 veröffentlicht Voltaire seine Meinung zum Koran. Er schreibt das Stück Mahomet: tragédie. Auch darin betont er den seiner Meinung nach unlogischen Aufbau und die Unmöglichkeit, etwas davon zu verstehen, was im Koran geschrieben steht.[13] Und immer steht der Vergleich zur Bibel im Vordergrund.[14]

Es gibt aber auch eine Entwicklung zum Versuch, die arabische Kultur besser kennenzulernen und zu verstehen. So entstehen im 18. Jahrhundert in Paris und Wien neue Lehrstühle sowohl für die arabische Sprache als auch für die islamische Kultur.[15] George Sale[16] veröffentlicht in England die erste direkt aus dem Arabischen übersetzte englische Version des Koran. Der Übersetzung Sales geht eine 200-seitige Einleitung voraus, die sich nicht nur mit dem Leben des Propheten, sondern auch mit islamischer Geschichte, Theologie und Recht befasst. Das Werk Sales behält seinen Einfluss bis ins 20. Jahrhundert hinein.[17]

[1] Rippin, a.a.O., S. 237.

[2] Rippin, a.a.O., S. 237f.

[3] Bobzin, a.a.O., S. 15.

[4] Rippin, a.a.O., S. 239.

[5] Wild, Stefan: Lost in Philology? The Virgins of Paradise and the Luxenber Hypothesis, in: Neuwirth, Angelika, Nicolai Sinai und Michael Marx (Hrsg.): The Qurʾān in Context – Historical and Literary Investigations into the Qurʾānic Milieu, Leiden, Boston, Brill, 2010. S. 631.

[6] Ebd.

[7] David Friedrich Megerlin (1699 – 1778) übersetzt erstmals den Koran direkt aus dem Arabischen ins Deutsche und veröffentlicht diese Übersetzung 1772 mit dem Titel Die türkische Bibel, oder des Korans allererste teutsche Uebersetzung ( Bobzin, a.a.O., S. 15f.).

[8] Bobzin, a.a.O., S. 15.

[9] Saeed, Abdullah: The Qurʾan – An Introduction, London and New York, Routledge, 2008. S. 104.

[10] Gest. 1778

[11] Gest. 1672

[12] Bobzin, a.a.O., S. 15.

[13] Saeed, a.a.O., S. 105.

[14] Bobzin, a.a.O., S. 15.

[15] Saeed, a.a.O., S. 105.

[16] Gest. 1736

[17] Saeed, a.a.O., S. 105.

Die Sprache des Koran – Der Wandel in der westlichen Koranforschung und die Luxenberg-Debatte (II)

II. Die Sprache des Koran

Allgemein gilt das Arabische als die Sprache des Koran.[1] Im Koran enthaltene Wörter, die auf keinen arabischen Ursprung zurückzuführen sind, stammen möglicherweise von der Kenntnis jüdischer und christlicher Schriften unter den Bewohnern Mekkas und Medinas. Unter diesen Wörtern nichtarabischen Ursprungs sind beispielsweise die Bezeichnung für den koranischen Vers, arabisch āya Pl. āyāt, die mit dem hebräischen sowie mit dem syrischen Wort für ‚Zeichen‘ (ōth bzw. āthā) erklärt werden kann.[2] Auch das Wort ‚Koran‘ selbst, arabisch qurʾān, stammt möglicherweise aus dem Christlich-Syrischen mit der Bedeutung der ‚Schriftlesung‘, ähnlich einer Bibelstunde. Von arabischen Lexikographen jedoch wird ‚Koran‘ von der arabischen Wurzel q-r-ʾ hergeleitet. In diesem Fall entstand der Name des Heiligen Buches der Muslime aus der Bedeutung ‚aufsagen‘, ‚rezitieren‘. Diese etymologische Herleitung ist wohl von Beginn an im Bewusstsein der Muslime verankert, denn die Wurzel q-r-ʾ findet sich bereits in der nach islamischer Überlieferung ersten Offenbarung Gottes an Muḥammad: [3]

Sure 96, 1 – 5: 1 Rezitiere: Im Namen deines Herrn, der geschaffen hat, 2 geschaffen hat den Menschen aus einem Blutklumpen! 3 Rezitiere: Der Herr ist der edelmüdigste, 4 der durch das Schreibrohr gelehrt hat, 5 den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste!

Auch Theodor Nöldeke bezieht sich auf Sure 96 und übersetzt die Wurzel q-r-ʾ mit ‚vortragen‘, ‚predigen‘ oder ‚rezitieren‘ und zwar entweder frei aus dem Gedächtnis oder aus einem Text.[4] Den Ursprung des Wortes sieht Nöldeke jedoch ebenfalls im Syrischen. Das syrische Nomen qeryānā mit der Bedeutung ‚Lektionar‘ oder ‚Vortrag‘ nimmt er als Grundlage.[5] Die Bezeichnung für das heilige Buch der Muslime ist laut Nöldeke

„eine Entlehnung aus jenem syrischen Worte unter gleichzeitiger Angleichung an den [Infinitiv-] Typus fuʿlān.[6]

Auch Angelika Neuwirth geht von diesem Ursprung aus.[7]

Trotz der Wahrscheinlichkeit, dass außer dem Namen des Koran selbst auch andere Wörter hebräischen oder syrischen Ursprungs sind[8] und als Lehnworte von Norden aus in den Ḥiǧāz vorgedrungen und in die arabische Sprache aufgenommen wurden,[9] sind sich viele Wissenschaftler der westlichen Koranforschung darin einig, dass es sich bei der Sprache des Koran um das Arabische beziehungsweise das Hocharabische der Zeit Muḥammads handelt und nicht um einen aramäischen Dialekt.[10]

Das Hocharabisch der vorislamischen Zeit ist eine Art Verkehrssprache, die lingua franca, die es den arabischen Stämmen mit ihren verschiedenen Dialekten ermöglicht, sich untereinander zu verständigen.[11] Auch die damalige Dichtung bedient sich zum allgemeinen Verständnis dieser Form des Arabischen.[12] Heute noch ist das klassische Hocharabisch durch die gut belegte und bezeugte Poesie bekannt. Vor allem während Pilgerfesten und Markttagen kommen zur vorislamischen Zeit viele Stämme, die verschiedene Dialekte sprechen, auf der Arabischen Halbinsel zusammen. Die Dichter, die an diesen Tagen auftreten, sind auf eine für alle Stämme verständliche Sprache angewiesen und nutzen so für sich die allgemeine Verkehrssprache, das Hocharabische.[13] Die Bezeichnung ‚arabisch‘ ist dabei ebenfalls auf die Stämme der Halbinsel zurückzuführen, es ist eben die ‚Sprache der nomadisierenden Steppenbewohner‘, der al-ʿarab.[14] Bis heute gilt die arabische Hochsprache als das Merkmal schlechthin für die Einheit der Araber.[15] Auch im Koran selbst weist Gott in mehreren Suren daraufhin, dass das Arabische die Sprache des Koran ist[16] und er diese Sprache gewählt hat, damit sein Prophet Muḥammad und die Gläubigen seine Weisungen verstehen.[17]

Beispiele für Verse, in denen Gott darauf hinweist, dass er den Koran in Arabischer Sprache geoffenbart hat, sind folgende:

Sure 12, 2[18]: Wir haben sie (d.h. die Schrift) als einen arabischen Koran hinabgesandt. Vielleicht würdet ihr verständig sein.

Sure 13, 37[19]: So (wie er dir vorliegt) haben wir ihn (d.h. den Koran) als eine arabische Entscheidung hinabgesandt […].

Sure 46, 12[20]: Die Schrift Moses ist ihm als Richtschnur (w. Vorbild) und (Erweis der göttlichen) Barmherzigkeit vorausgegangen. Und dies (d.h. der Koran) ist eine Schrift, die bestätigt (was als Offenbarung vorausgegangen ist), in arabischer Sprache, um die Frevler zu warnen, und als Frohbotschaft für die Rechtschaffenen.

Michael Cook geht noch weiter und betont, dass

„nicht nur das Arabische die ursprüngliche Sprache des Koran [darstellt]: Es ist seine Sprache.“[21]

So entsteht auch die Ratlosigkeit der Gläubigen der Frage gegenüber, ob es überhaupt zulässig ist, den Koran in eine andere Sprache zu übersetzen. Schließlich gibt es mit der Ausbreitung des Islam auch viele Muslime, die das Arabische nicht als Muttersprache beherrschen. Aber wenn der Koran das direkt an die Menschen gerichtete Wort Gottes ist, können Übersetzungen gravierende Fehler aufweisen. Deshalb wird dazu übergegangen, Übersetzungen zwar als Hilfsmittel zuzulassen, nicht aber als echten Koran. Eine der wichtigsten Eigenschaften des Koran ist seine Unnachahmlichkeit, arabisch iʿǧāz. Weshalb der Koran nur auf Arabisch als Original angesehen wird. Diese Unnachahmlichkeit gilt als Beweis dafür, dass der Koran das Beglaubigungswunder des Propheten Muḥammads ist. Sie wird im Koran selbst beschrieben.[22]

So zum Beispiel in Sure 17:

Sure 17, 88[23]: Sag: Gesetzt den Fall, die Menschen und die Dschinn tun sich (alle) zusammen, um etwas beizubringen, was diesem Koran gleich(wertig) ist, so werden sie das nicht können. Auch (nicht), wenn sie sich gegenseitig helfen würden.

Nach der Redaktion des Koran durch den dritten Kalifen ʿUṯmān[24] ist eine einheitliche Form des Koran festgelegt.[25] Zu dieser Form gehört auch die Sprache. Das Beglaubigungswunder Muḥammads[26] ist der arabische Koran. Ein persischer wäre nicht das Original, also kein Wunder.[27] Denn Gott selbst spricht ja durch den Koran, während der menschliche Prophet Muḥammad lediglich der Empfänger des Gotteswortes und der Engel Gabriel der Vermittler dieses Wortes ist.[28] Ein Argument, das in der Frühzeit des Islam auch dafür genutzt wird, die Überlegenheit der Araber über die mächtigen, nun ebenfalls muslimischen Perser zu betonen.[29]

So gibt es also Koranausgaben, die auf zwei gegenüberliegenden Seiten auf der einen den arabischen Originaltext aufweisen und auf der anderen eine persische, türkische oder in jede beliebige andere Sprache übersetzte Version.[30] Ebenso gibt es Ausgaben, bei denen die Übersetzung interlinear unter dem arabischen Text in arabischer Schrift stattfindet. Das bedeutet, dass zum Beispiel die spanische, polnische, türkische oder persische Übersetzung trotzallem die arabischen Buchstaben verwendet.[31]

[1] Bobzin, a.a.O., S. 87.

[2] Gilliot, Claude: Creation of a fixed Text, in: McAuliffe, Jane Dammen (Hrsg.): The Cambridge Companion to the Qurʾān, New York, Cambridge University Press, 2006. S. 43.

[3] Nagel, 1983, a.a.O., S. 15.

[4] Nöldeke, Theodor: Geschichte des Qorāns, Hildesheim, Georg Olms Verlagsbuchhandlung, 1961. S. 32 – 33.

[5] Nöldeke, a.a.O., S. 33f.

[6] Nöldeke, a.a.O., S. 43.

[7] Neuwirth, Angelika: Structural, linguistic and literary Features, in: McAuliffe, Jane Dammen (Hrsg.): The Cambridge Companion to the Qurʾān, New York, Cambridge University Press, 2006. S. 101.

[8] Gilliot, a.a.O., S. 43.

[9] Nöldeke, a.a.O., S. 33.

[10] Nagel, 1998, a.a.O., S. 15, Bobzin, a.a.O., S. 87, u.a.

[11] Nagel, 1998, a.a.O., S. 15.

[12] Bobzin, a.a.O., S. 88.

[13] Nagel, 1998, a.a.O., S. 16.

[14] Ebd.

[15] Ebd.

[16] Encyclopaedia of the Qurʾān, Volume 3, Language and Style of the Qurʾān, Claude Gilliot und Pierre Larcher, Leiden, Boston, Brill, 2003. S. 113.

[17] Nagel, 1983, a.a.O., S. 16.

[18] Paret, Rudi (Übers.): Der Koran, Stuttgart, W. Kohlhammer, 11. Auflage, 2010.

[19] Ebd.

[20] Ebd.

[21] Cook, Michael: Der Koran – Eine kurze Einführung, Stuttgart, Philipp Reclam jun., 2002. S. 110.

[22] Bobzin, a.a.O., S. 118f.

[23] Paret, a.a.O.

[24] Reg. 644 – 656

[25] Bobzin, a.a.O., S. 102.

[26] Die Legende, dass der Prophet Muḥammad weder lesen noch schreiben konnte, wird als weiteres Argument für das wundersame Wesen des Koran angesehen. (Gilliot, a.a.O., S. 42.)

[27] Bobzin, a.a.O., S. 119.

[28] Gilliot, a.a.O., S. 41.

[29] Bobzin, a.a.O., S. 119.

[30] Cook, a.a.O., S. 114.

[31] Cook, a.a.O., S. 113f.

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