In den vergangenen Tagen habe ich sehr viel über den heute stattfindenden Ramadan Friedensmarsch in Köln gepostet und gesprochen. Zum einen, weil ich mich letzte Woche plötzlich im Organisationsteam von Lamya Kaddor und Tarek Mohamad wiedergefunden habe. Zum anderen, weil es wichtig ist. Für mich und, wie ich finde, für uns alle als Gesellschaft. Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen gegen Gewalt, die von fehlgeleiteten Menschen ausgeht. Von Menschen, die ihre Gewalt mit einer Religion rechtfertigen. Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass diese Menschen kein Recht dazu haben ihre Taten durch eine Weltreligion zurechtfertigen und mit ihr zu begründen. Millionen Muslime wollen schlicht in Frieden leben wie Millionen andere Menschen auch. Mit den Taten und der Ideologie von Daesh haben sie nichts zu tun und müssen sich auch nicht davon distanzieren. Nur weil sie Muslime sind und Daesh und andere fehlgeleiteten Gruppen ihre Religion ins Perverse ziehen.

Was ich mir jedoch wünsche und was ich mir von heute erhoffe: lasst uns zusammenrücken als Gesellschaft, als Gemeinschaft. Lasst uns Abgrenzungen beenden, lasst kein „Wir“ und „Ihr“ zwischen uns stehen. Lasst uns eine Gesellschaft werden, in der Freiheit und Akzeptanz gelebt werden und es keine Rolle spielt, ob jemand gläubig oder ungläubig, Muslim, Christ oder Jude ist, ob jemand einen Migrationshintergrund hat oder die Familie bereits seit 500 Jahren am gleichen Ort lebt, ob jemand Männer oder Frauen liebt. Lasst uns alle zusammen „Wir“ sein.