afkari افكاري

Ein nicht immer wissenschaftlicher Islamwissenschaftsblog

Autor: Jule (Seite 1 von 14)

#NichtMitUns – nach dem Friedensmarsch

Nach dem Friedensmarsch ist vor der Häme, der Kritik. Das wurde gestern sehr schnell deutlich. Die Sozialen Netzwerke waren voll von Kommentaren. Bereits am Nachmittag war die überwiegende Schlagzeile „Nur wenig Beteiligung am Friedensmarsch“ oder so ähnlich. Und darauf stürzten und stürzen sich mit Freude die Trolle aus allen Lagern. Dass die ersten Meldungen von Medien kamen, die nur zu Beginn berichteten und nicht mitbekamen, wie die Menge beim Friedensmarsch durch die Kölner Innenstadt stetig gewachsen ist… Die Medien haben später von den 3000 Teilnehmern berichtet, aber die Kommentatoren in den Netzwerken? „Ist doch alles Propaganda.“ „Das ist doch vom Staat gesteuert. Alles Lügen.“ „Muslime sind eben doch nicht gegen Terror.“.

Mitglieder der AfD haben den Friedensmarsch begleitet. Habt ihr nicht gesehen, wie fröhlich und aufrichtig die Menschen für Frieden eingestanden sind? Wie sich Gäste einer Kölschkneipe auf der Terrasse versammelt, dem Demonstrationszug applaudiert und das Lied „Stammbuch“ von Black Fööss gesungen haben? „Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddhist, mir all, mir sin nur Minsche, vür’m Herjott simmer glich.“ Oder andere Kleinigkeiten, wie die Demonstrationsteilnehmer sich gegenseitig beim Tragen der Plakate und Banner abgewechselt haben. Wie zusammen gegen Terror und für Frieden skandiert wurde. Das war ganz viel Gänsehaut, das war ganz viel Liebe, das war einfach schön. Spätestens, allerspätestens bei der Ansprache des 20-jährigen Basel, der aus Wuppertal angereist und vor zwei Jahren aus Syrien geflohen ist, hätte doch auch euch AfD-Mitgliedern klar sein müssen, dass Muslime die Daesh-Terroristen nicht in ihrer Mitte sehen, sie nicht als Muslime akzeptieren. Dass die vielen Menschen, die in den letzten Jahren nach Europa geflohen sind, vor eben diesen Terroristen fliehen.

Ich habe nach wie vor das Gefühl bei etwas sehr Wichtigem beteiligt gewesen zu sein. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass Lamya Kaddor und Tarek Mohamad etwas Schönes und Wegweisendes auf die Beine gestellt haben. Ich möchte nach wie vor daran glauben, dass das „Wir“ und „Ihr“ überwunden werden wird. Aber heute, noch mehr als gestern Abend, machen mich diese Kommentare bei Facebook, Twitter und Co traurig. Es könnte doch alles so schön sein.

Beim Kölner Friedensmarsch gab es zu Beginn nicht so viele Teilnehmer wie erwartet. Aber Berlin, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt machen weiter. Köln war vielleicht ein kleiner Anfang von etwas viel Größerem.

#NichtMitUns Muslime und Freunde gegen Terrorismus und Gewalt – warum ich mich engagiere

In den vergangenen Tagen habe ich sehr viel über den heute stattfindenden Ramadan Friedensmarsch in Köln gepostet und gesprochen. Zum einen, weil ich mich letzte Woche plötzlich im Organisationsteam von Lamya Kaddor und Tarek Mohamad wiedergefunden habe. Zum anderen, weil es wichtig ist. Für mich und, wie ich finde, für uns alle als Gesellschaft. Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen gegen Gewalt, die von fehlgeleiteten Menschen ausgeht. Von Menschen, die ihre Gewalt mit einer Religion rechtfertigen. Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass diese Menschen kein Recht dazu haben ihre Taten durch eine Weltreligion zurechtfertigen und mit ihr zu begründen. Millionen Muslime wollen schlicht in Frieden leben wie Millionen andere Menschen auch. Mit den Taten und der Ideologie von Daesh haben sie nichts zu tun und müssen sich auch nicht davon distanzieren. Nur weil sie Muslime sind und Daesh und andere fehlgeleiteten Gruppen ihre Religion ins Perverse ziehen.

Was ich mir jedoch wünsche und was ich mir von heute erhoffe: lasst uns zusammenrücken als Gesellschaft, als Gemeinschaft. Lasst uns Abgrenzungen beenden, lasst kein „Wir“ und „Ihr“ zwischen uns stehen. Lasst uns eine Gesellschaft werden, in der Freiheit und Akzeptanz gelebt werden und es keine Rolle spielt, ob jemand gläubig oder ungläubig, Muslim, Christ oder Jude ist, ob jemand einen Migrationshintergrund hat oder die Familie bereits seit 500 Jahren am gleichen Ort lebt, ob jemand Männer oder Frauen liebt. Lasst uns alle zusammen „Wir“ sein.

Reaktion auf „Aus gegebenem Anlass“

Als späten Kommentar auf meine Veröffentlichung von Aus gegebenem Anlass habe ich folgende Nachricht erhalten:

Haha! Mit Verspätung, aber ihr Hasskommentar soll nicht unbeantwortet bleiben. In Beirut werden also tagtäglich 130 Leute erschossen? Aha! menschen fliehen aus Marokko oder Pakistan vor alltäglicher Gewalt?  Eh, KLARO EH! Gut aufgepasst, im Islamismusinstitut im MInderbemitteltenkurs an der Uni Fick! Und genau die Leute, die als „syrische Flüchtlinge“ über die grüne Grenze von Deutschland nach Frankreich gekommen sind, sollen sich im letzten November vor dem Stade de France in die Luft gesprengt haben? Hoho! Nein, diese Rechnung ging ganz und gar nicht auf! Weil diesem Ungeziefer ein paar Ordner vor dem Gate auf die Fresse gehauen haben, bis die verniggerten Moslemkaffer heulend  einige hundert Meter in die andere Richtung gelaufen sind, um ihre Sprengstoffwesten zu zünden! HAHAHAHAHA!

Ich werde diese Art von Kommentare niemals auf meinem Blog genehmigen, in irgendeiner Weise tolerieren oder weiter darauf eingehen. Ich bin offen für Diskussionen. Nicht für Hass und Beleidigungen. Leider ist obiger Kommentar ein Beispiel für die Umgangsform in vielen Sozialen Medien. Und ich möchte mit der einmaligen Veröffentlichung eines nicht-genehmigten Kommentars klar machen, dass ich gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Hetze bin und dies auf meinem Blog niemals zulassen werde.

Ganz davon abgesehen, dass dieser Kommentar jegliches Niveau und jegliche Kenntnis außer Acht lässt.

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